Blutiger Winter
In „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ beleuchtet Jane Schoenbrun die morbide Faszination fürs sleazige Slasher-Kino – und lässt die Figuren beherzt nach Erfüllung inmitten von Blut und Grusel streben.
Andreas Köhnemann, Jahrgang 1984, hat Filmwissenschaft und Publizistik in Mainz studiert. Er ist stellvertretender Redaktionsleiter bei Kino-Zeit.
Im Mühlbeyer Filmbuchverlag hat er ein Buch über sexuell ambivalente Dreiecksbeziehungen im Film veröffentlicht. Für die bei Salzgeber erschienene Anthologie „Queer Cinema Now“ war er für die Bildredaktion und das Korrektorat verantwortlich.
Er schreibt Film- und Serienkritiken, Konzertbesprechungen, Porträts und Thementexte für Kino-Zeit, spielfilm.de, die Berliner Zeitung, Sissy und das Deadline-Magazin.
Kontakt: andreas.koehnemann@gmail.com
In „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ beleuchtet Jane Schoenbrun die morbide Faszination fürs sleazige Slasher-Kino – und lässt die Figuren beherzt nach Erfüllung inmitten von Blut und Grusel streben.
Im dritten Teil der „Knives Out“-Reihe muss Daniel Craig als genialer Detektiv den Mord an einem rigorosen Geistlichen aufklären - erneut umringt von vielen Stars.
Andreas Köhnemann über ein Drama, dessen ungemeine Intimität sich ganz unmittelbar über die Körperlichkeit seiner Figuren, ihrer Bewegungen und Gesten vermittelt.
David Lowery is back! In „Mother Mary“ lässt er Anne Hathaway und Michaela Coel als Sängerin und Designerin in einem wunderbar surrealen Mix angespannt darauf hoffen, dass die Inspiration zuschlägt.
In „Marty Supreme“ präsentieren uns Regisseur Josh Safdie und Hauptdarsteller Timothée Chalamet einen herrlich anmaßenden Tischtennisspieler und Trickster.
Starkes Protestkino: In „Staatsschutz“ folgt Faraz Shariat einer deutsch-koreanischen Staatsanwältin, die nach einem rassistischen Anschlag auf ihr Leben der rechten Gewalt und deren Verharmlosung durch die eigene Behörde den Kampf ansagt.
C + H = a hot mess! Emerald Fennells „Wuthering Heights - Sturmhöhe“ erzählt die von Emily Brontë erdachte Geschichte des Paares Cathy und Heathcliff mit Margot Robbie und Jacob Elordi in den Hauptrollen als maximal unterhaltsames Gefühlsarmageddon.
Wir müssen über Schauspielkunst reden – weil mir das Thema sehr am Herzen liegt. Denn vor meiner Begeisterung für Filme und Serien im Allgemeinen stand meine Begeisterung für das Talent von James Dean und Audrey Hepburn, von Drew Barrymore und Christina Applegate, von Shannen Doherty und Luke Perry.
Basierend auf historischen Ereignissen zeigt „Lilies Not For Me“ das erschütternde Porträt eines schwulen Überlebens in einer der dunkelsten Perioden für queere Menschen. Doch bei aller Härte verbietet die Inszenierung es sich nicht, zugleich durch viele charmante, sinnliche, hochgradig erotische Augenblicke zu bestechen, schreibt Andreas Köhnemann.
In „Dann passiert das Leben“ ist Anke Engelke derzeit in einer dramatischen Rolle zu sehen. Aus diesem Anlass blicken wir auf ihre vielseitige Schauspielkarriere.
In „Couture“ begleitet Alice Winocour eine Regisseurin, ein Model und eine Make-up-Künstlerin durch die Fashion Week in Paris. In einer der Hauptrollen strahlt Angelina Jolie.
In seinem Langfilm-Regiedebüt „Urchin“ schildert Harris Dickinson mit seinem Hauptdarsteller Frank Dillane die Höhen und Tiefen im Leben eines jungen Mannes ohne festen Wohnsitz.
Tatsächlich ist der Film ein echtes „Kinowunder“, schreibt Andreas Köhnemann. Und vor allem: „ein Faszinosum mit bemerkenswerter queerer Sensibilität“.
Ab dem 17. Juli 2025 ist Jella Haase in „#SchwarzeSchafe" im Kino zu sehen. Aus diesem Anlass blicken wir auf ihre bisherige Filmografie.
Zum 50-jährigen Jubiläum von „Der weiße Hai“ blickt ein Dokumentarfilm auf die chaotischen Dreharbeiten und die Wirkung des Kinomeisterwerks.
Kylie Minogue lädt in Berlin zur zweistündigen Power-Pop-Party - mit ekstatischen Beats, strahlenden Farben und einem Mix aus guter Laune und beherztem Sex-Appeal.
Nach wahrer Begebenheit spielt Michelle Williams in der Dramedy-Miniserie „Dying for Sex“ eine krebskranke Frau auf der Suche nach einem letzten Orgasmus.
Als Fan-Favourite Philippa Georgiou kämpft und stichelt sich Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh in gefährlicher Mission durch einen „Star Trek“-Abenteuerfilm.
Andreas Köhnemann über einen Film voller Optimismus und Herzenswärme, den viele von uns vielleicht schon gerne mit 14 gesehen hätten. Ab Donnerstag können wir das im Kino nachholen.
In „Memory“ schildert Michel Franco, wie sich eine traumatisierte Frau (Jessica Chastain) und ein demenzkranker Mann (Peter Sarsgaard) näherkommen. Klischees haben zwischen den beiden erfreulicherweise keinen Platz.
In „Wenn der Herbst naht“ lässt François Ozon seine Hauptdarstellerin Hélène Vincent und ihre Co-Stars unentwegt originelle Sachen an pittoresken Schauplätzen machen – und wir schauen sehr gerne dabei zu.
Das Spielfilmdebüt von Joanna Arnow trägt den Titel „The Feeling That the Time for Doing Something Has Passed“. Dieser Fakt sollte eigentlich genügen, um dieses Werk unbedingt sehen zu wollen.
Andreas Köhnemann über einen zutiefst humanistischen Film, der für die Kraft der queeren Gemeinschaft bewegende Bilder findet.
Am 13. Juli 2024 ist die Schauspielerin Shannen Doherty im Alter von 53 Jahren gestorben. Danke an eine Film- und Fernsehikone – und eine Kämpferin im echten Leben.
Ein Film, der das Überdrehte und das Tiefempfundene, das Zugespitzte und das Feine virtuos vereint und mit einer hervorragenden Besetzung glänzt.
Die Pet Shop Boys sind zurück in Berlin - und zeigen in einer effektvollen Show, weshalb ihre größten Hits aus 40 Jahren immer noch relevant und empowernd sind.
Erica Tremblays Spielfilmdebüt „Fancy Dance“ mit der hingebungsvollen Lily Gladstone, bekannt aus Scorseses „Killers of the Flower Moon“.
In seinem neuen Werk „May December“ knüpft Todd Haynes an zwei Kernelemente seines bisherigen Schaffens an: die Auseinandersetzung mit wahren Geschichten und die subversive Kunst des Melodrams.
2021 gewann der rumänische Regisseur Radu Jude den Goldenen Bären auf der Berlinale. In seinem neuen Film spielt Nina Hoss eine Ururenkelin Goethes.
Ein faszinierender Mix aus satirischen Tönen, unbehaglicher Stimmung und tragischen Erkenntnissen.
Wie gut ist Michael Manns Biopic über den legendären italienischen Rennfahrer und Unternehmensgründer Enzo Ferrari? Spoiler: Cruz wirft virtuos mit Kraftausdrücken um sich.
In „I Saw the TV Glow“ lässt Jane Schoenbrun zwei einsame adoleszente Figuren in die magische Welt einer Fernsehserie eintauchen.
Andreas Köhnemann über eine emotionale Coming-of-Age-Geschichte, die aktuell im Kino zu sehen ist.
Nora Fingscheidt zeigt Saoirse Ronan in „The Outrun“ auf dem mühsamen Weg zur Genesung – in einer schauspielerischen Glanzleistung.
Das Kino kann ein Ort der Wunscherfüllung sein, wo das Unmögliche möglich wird. Dies kann wiederum rasch zum Kitsch führen – zu süßen Lügen, die kurzzeitig satt und glücklich machen, auf lange Sicht aber eher frustrieren. Wer ist schon dauerhaft bereit, an ein formelhaftes Happy End zu glauben, das sämtliche Konflikte auf magische Weise verschwinden lässt?
Seit dem 25. Januar 2024 ist Paula Beer im historischen Drama „Stella. Ein Leben“ zu sehen. Was macht sie zu einer der interessantesten Schauspielerinnen ihrer Generation?
Nach einem Flugzeugabsturz zeigt J. A. Bayona die Gruppendynamik unter arktischen Bedingungen. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten, Kannibalismus inklusive.
In diesem Teil des Kino-Zeit-Jahresrückblicks lässt Andreas Köhnemann die Bilder und Worte aus Filmen vorbeiziehen, die ihm 2023 besonders in Erinnerung geblieben sind.
Andreas Köhnemann über einen Klassiker des queeren Kinos aus Südamerika, in dem Marco Bergers künstlerisches Markenzeichen, einen homoerotischen Subtext filmisch nach und nach offen zum Vorschein zu bringen, bereits voll ausgeprägt ist.
In ihrem herausragenden Langfilmdebüt „All Dirt Roads Taste of Salt“ erzählt Raven Jackson in sinnlichen Bildern eine Lebensgeschichte im ländlichen Teil der US-Südstaaten.
Messy life, messy movie: Olmo Schnabel wirft uns in „Pet Shop Days“ ins Durcheinander des Erwachsenwerdens in New York City.
„La bête“ von Bertrand Bonello verschlingt uns genüsslich – und überrascht mit allem, was in seinem komplexen Inneren auf uns wartet.
Aufwachsen auf dem Lande. Fern von Hektik. Umgeben von Wäldern, Wiesen und Tieren. Wie unfassbar schön das sein kann. Und doch werden die meisten queeren Menschen, die aus der Provinz stammen, den Gedanken kennen, möglichst schnell weit weg gehen zu wollen. Einfach nur raus hier, um sich frei entfalten zu können.
Die grandiose britische Serie „It's a Sin“ über den Ausbruch der Aids-Epidemie in London ist nun endlich im deutschen Free-TV verfügbar. Warum lohnt sie sich so sehr?
Jennifer Lawrence ist mit „No Hard Feelings“ zurück auf der Kinoleinwand. Warum war sie jahrelang weg? Ein Porträt der Oscar-Preisträgerin.
Andreas Köhnemann über einen Film, der in Sachen romantischer Comedy und schwulem Nerdfaktor den Vergleich mit „Bros“ nicht scheuen muss, seinen Figuren aber weitaus einfühlsamer begegnet als sein knapper Vorläufer.
Der Autorenfilmer Christophe Honoré schildert in „Der Gymnasiast“ eine intime, queere Coming-of-Age-Geschichte über Trauerarbeit.
Gerade ist die Schauspielerin Anne Ratte-Polle in der Tragikomödie „Alle wollen geliebt werden“ zu sehen – und beweist darin erneut ihr großes Talent, einer fiktiven Figur nachfühlbares Leben einzuhauchen.
Andreas Köhnemann über einen Film, der Spaß macht und die Formeln und Konventionen des Genres in entscheidenden Punkten variiert, aber vielleicht doch weniger revolutionär ist, als er verspricht.
In „Mit Liebe und Entschlossenheit“ schickt Claire Denis ihr Liebes-Trio Juliette Binoche, Vincent Lindon und Grégoire Colin mit voller Wucht durch die emotionale Hölle.
Tessa und Hardin sind zurück, in „After Forever“, dem vierten Teil der Filmreihe. Leider haben die beiden nichts dazugelernt.
Andreas Köhnemann über ein komplexes queeres Spiel mit Identitäten, kantige Protagonistinnen und uneitles Schauspiel.
Matthew Fifers und Kieran Mulcares „Cicada“ zeigt zwei junge Männer, die füreinander ihre inneren Mauern fallen lassen und dahinter Schönheit entdecken. Diese fand auch Andreas Köhnemann in den emotionalen Wimmelbildern des Films.
Der Tiefgang von Pop-Schnulzen, das Echte im Spiel und die Chancen eines Almost-Happy-Ends: ein Blick auf den Ausdruck der Gefühle in den Filmen von Xavier Dolan.
Hier schreibt Andreas Köhnemann eine Liebeserklärung an Simon Amstells schmerzhaft ehrliche und zugleich bezaubernde Art des Erzählens.
Endlich wieder Blockbuster-Feeling exklusiv im Kino: Der neue Helen-Mirren-Film „Fast & Furious 9“ ist da! Vin Diesel spielt auch mit.
Elijah Bynums „Hot Summer Nights“ wirft Timothée Chalamet, Maika Monroe, Alex Roe und uns ins dunkelfunkelnde, hitzige Vergnügen des Heranwachsens.
In seiner Adaption der berühmten Erzählung von Hermann Hesse bietet der österreichische Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky nicht nur Bildgewalt und Star-Besetzung, sondern setzt zugleich die homoerotischen Untertöne der Vorlage deutlich nach oben.
Wir können Filme aus den unterschiedlichsten Gründen lieben. Weil sie uns zum Lachen bringen. Oder zum Weinen. Zum Fürchten. Zum Nachdenken. Oder auch weil sie uns zutiefst traumatisieren.
Gregor Schmidinger über queere Repräsentanz im Film, über die Entstehung und den Umgang mit Angst – sowie über das (metaphorische) Finden einer Blume in einer abgebrannten Landschaft.
Drei Jahre nach dem sensationellen Erfolg seines Films „Victoria“ schickt Regisseur Sebastian Schipper in „Roads“ zwei 18-Jährige auf einen Trip quer durch Europa.
Claire Denis schickt Robert Pattinson mit etlichen internationalen Co-Stars auf eine sehr, sehr seltsame und brutale Odyssee im Weltraum.
Die Channel-4-Serie „Banana“ hat zahlreiche Momente, in denen die enervierende, oft unfreiwillig komische Banalität des Lebens durchscheint.
Als Musikerin hat Madonna alles erreicht. Als Schauspielerin wird sie oft belächelt oder gar verschmäht. Zu Unrecht, findet Andreas Köhnemann.
Für das nächste Jahr nehme ich mir vor, so engagiert wie Jenny zu sein, so einfühlsam wie Maureen, so entgegenkommend wie Marianne und so unerschrocken wie Star.
In „Personal Shopper“ vereinen Olivier Assayas und Kristen Stewart dramaturgische, inszenatorische und darstellerische Virtuosität zu einem ungewöhnlich schönen, sehr einnehmenden Film.
Am 26. Januar 2016 feierten zwei Beiträge der U.S. Dramatic Competition ihre Premieren im Eccles Theatre in Park City.
Als am 24. Januar 2016 um neun Uhr morgens das Licht im Kinosaal des Eccles Theatre in Park City erlosch und bald darauf auch das letzte Smartphone-Display zu leuchten aufhörte, begann eine kinematografische Reise in die 1790er Jahre.
Izabela Plucińska formt aus Knetmasse detailreiche, magische und doch stets bodenständig wirkende Welten, die in Kurz-Animationsfilmen auf der Leinwand lebendig werden.
Identitäten und Phobien: Denis Villeneuve verdüstert einen Saramago-Roman - um ihn auf anderem Wege doch wieder zu erhellen.